Anime: Nagi no Asukara (A Lull in the Sea)

Die Animeserie Nagi no Asukara (A Lull in the Sea) ist für mich die Überraschung der letzten Zeit, denn ich hätte nicht gedacht, hier eine Serie zu finden, die meiner Meinung nach ähnlich gut wie Clannad ist.

Den Anime Nagi no Asukara (凪のあすから) habe ich schon eine Weile auf meiner Playliste und ich hatte vor sehr langer Zeit, auch schon mal angefangen, die ersten Minuten der Serie anzuschauen. Damals war ich glaube ich nicht in der Stimmung für den Anime oder ich habe ihn auf Grund der Beschreibung bei Cruncyroll einfach unterschätzt und deshalb zu früh aufgehört, ihn mir anzuschauen. Das war definiv ein Fehler. Nachdem letztens auf der AnimagiC 2017 bekannt gegeben wurde, daß KSM Nagi no Asukara lizensiert und nach Deutschland bringen würde, wurde wahrscheinlich mein Interesse für die Serie geweckt, auch wenn, wie gesagt, die Beschreibung der Serie mich immer noch nicht so richtig angesprochen hat. Ich habe also am Sonntagabend angefangen, die Serie auf Crunchyroll zu schauen, wo sie zur Zeit (August 2017) noch im Stream und mit deutschen Untertiteln zu sehen ist. Ich habe zwei Abende benötigt um mir die 26 Folgen der Serie anzuschauen und das bedeutet bei mir, daß ich nicht aufhören konnte zu schauen. Zum Glück gibt es in der Mitte der Serie einen Bruch im Zeitablauf und das war dann auch Sonntagnacht für mich das Zeichen, erst mal aufzuhören und ins Bett zu gehen.

Handlung


Die Geschichte spielt in einem fiktiven Japan und dreht sich anfangs um 4 Mittelschülerinnen und Mittelschüler, die die Schule wechseln müssen, weil diese zu wenig Schülerinnen und Schüler hat. Das besondere an den Protagonistinnen und Protagonisten ist, daß sie Menschen sind, die im Meer leben. Sie können im Meer durch das Wasser Sauerstoff aufnehmen und sie haben eine sehr enge Verbindung zum Gott des Meeres. Sie leben in dem Dorf Shioshishio, das nicht weit ab von dem Dorf auf dem Land Oshioshi liegt. Die Geschichte beginnt an dem Tag, an dem die vier das erste Mal ihre neue Schule an Land besuchen müssen. Die vier sind die Schülerinnen Manaka Munukaido und Chisaki Hiradaira, sowie die beiden Schüler Hikari Sakishima und Kaname Isaki. Während des Ganges zur Schule, verspätet sich Manaka und wird aus versehen von einem Fischer mit einem Netz gefangen. Als er das Netz einholt begegnen sich zum ersten Mal Manaka und Tsumugu Kihara, der auch ein Schüler der Mittelschule an Land ist. Als sich die Blicke der beiden treffen, sieht dies Hikari und er hat darauf hin das Gefühl, das sich Manaka in Tsumugu verliebt hat. Das Problem dabei ist nur, das Hikari in Manaka verliebt ist.

In der Schule angekommen, merkt man gleich, daß es zwischen den Schülerinnen und Schülern vom Land Vorurteile gegenübern den neuen Schülerinnen und Schülern aus dem Meer bestehen und umgekehrt. So kommt es anfangs zu Streitigkeiten. Der einzige, der sich nicht an diesen Streitigkeiten beteiligt, ist Tsumugu, der eine tiefe Verbindung und Sehnsucht zum Meer verspürt. Im laufe der Geschichte wird auch klar wieso. Seine Eltern und sein Großvater, bei dem er alleine lebt, sind Menschen, die aus dem Meer stammen, dieses aber verlassen haben. Für die Menschen des Meeres gibt es ein Tabu, nämlich dürfen sie keinen Menschen vom Land heiraten. Dies würde zur Verbannung aus der Dorfgemeinschaft führen, ohne das Recht, jemals wieder ihre Familie sehen zu dürfen.

Während des ersten Teils der Geschichte, dreht sich viel um die Liebe der Protagonistinnen und Protagonisten untereinander. So liebt, wie gesagt, Hikari Manaka und Manaka vermeintlich Tsugumu.  Kaname liebt Chisaki, die wiederum Hikari liebt. Chisaki weiß allerdings um die Gefühle Hikaris zu Manaka, so daß sie vermeintlich Konkurentinnen sind. Eine weitere Liebesgechichte spielt eine große Rolle, nämlich die von Hikaris großer Schwester Akari, die einen Mann auf dem Land liebt. Itaru ist wiederum der Vater von Miuna. Miuna ist zu Beginn in der 3. Klasse der Grundschule, zusammen mit ihrer Freundin Sayu. Miuna mag zwar Akari, aber sie hat große Probleme damit, daß sie eventuell ihre Stiefmutter werden könnte. Auch der Vater von Hikari und Akari ist gegen die Beziehung zwischen Akari und Itaru. Er ist zudem der Oberpriester und Dorfoberhaupt von Shioshishio. Hikari versucht auch zuerst, seine Schwester dazu zu bringen, die Beziehung zu Itaru aufzugeben, aber mit der Zeit merkt er, daß dies falsch ist und er seiner Schwester helfen muß, auch wenn das bedeutet, daß sie aus ihrem Heimatdorf verstoßen werden sollte. Auch Miuna kann schließlich akzeptieren, daß Akari ihre Stiefmutter wird.

Neben den ganzen Beziehungsgeflecht, daß sich hier entfaltet, spielt aber auch eine alte Legende eine wichtige Rolle, nämlich die Geschichte zwischen dem Meeresgott und einer Menschenfrau, die vor vielen vielen Jahren, als Opfergabe dem Meeresgott zum Geschenk gemacht wurde. Diese Frau konnte aber ihren Geliebten an Land nicht vergessen, so daß der Meeresgott, sie schließlich wieder an Land zurück schickte. Dort angekommen, mußte sie feststellen, daß ihr Geliebter aus Kummer, Selbstmord begangen hat und sie völlig alleine da stand. Als Erinnerung an diese Geschichte, vollzogen die Dorfbewohner von Shioshishio und Oshioshi jedes Jahr ein Ritual, in dem sie eine Puppe als symbolisches Opfer dem Meeresgott darbrachten. Dieses Opfer wurde aber schon eine Weile nicht mehr durchgeführt, weil sich die Bewohner der beiden Dörfer zerstritten hatten. Durch das fehlende Opfer, ist wiederum der Meeresgott missmutig geworden, was dazu geführt hat, daß die See immer ruhiger und ruhiger wurde und es auch immer kälter wurde. Der Dorfgott von Shioshishio, Uroko-sama, der nur eine Schuppe vom Meeresgott sei, wie er immer wieder hervorhebt, verkündet deshalb, daß alle Bewohner des Meeres, sich auf einen langen Schlaf vorbereiten sollten, denn das Land wird verwüstet werden und das Meer wird zufrieren. Die Menschen an Land werden sterben und nur die Meeresmenschen, die im Winterschlaft diese Zeit verbringen werden, werden überleben. Hikari, versucht das alte Ritual wieder zu beleben und mit einigen Mühen, gelingt ihm dies auch. Als das Ritual abgehalten wird, mit seiner Schwester als Opfergabe, gerät die ganze Situation ausser Kontrolle. Hikari und Kaname verschwinden im Meer, ebenso wie Manaka, die sich an Stelle von Akari dem Meeresgott als Opfer anbietet und Akari dadurch an Land zurück kehren kann. Nach den Dramatischen Ereignissen, während des Festes, schlafen alle Meeresmenschen und die drei Schüler sind im Meer verschwunden, nur Chisaki ist noch an Land und nicht eingeschlafen.

Fünf Jahre später, Tsumugu hat begonnen Meereswissenschaften zu studieren, werden die Ereignisse von vor fünf Jahren durch einen Professor erforscht. Tsumugu ist einer der Assistenten und der Professer wohnt auch in dem Haus, in dem Tsumugu zusammen mit seinem Großvater und Chisaki lebt. Chisaki und Tsumugu sind kein Paar, aber sie verstehen sich sehr gut. Während der Erforschung des Meeres, erlebt das Forschungsteam eine seltsame Konstellation, während der Hikari aus dem Meer auftaucht. Er ist immer noch in dem gleichen Alter, wie vor fünf Jahren, während natürlich alle Menschen, die an Land waren, entsprechend älter geworden sind und sich weiter entwickelt habe. So hat er Anfangs Schwierigkeiten sich zurecht zu finden. Seine Schwester hat einen kleinen Sohn bekommen und Miuna ist inzwischen im gleichen Alter, wie Hikari vor fünf Jahren. So kommt es, daß Hikari, der wieder zur Schule geht, in der gleichen Klasse landet wie Miuna. Wie sich heraus stellt, hat sie sich in Hikari verliebt. Als nächstes taucht Kaname aus dem Meer auf. Er ist auch noch in dem gleichen Alter, wie damals und er liebt immer noch Chisaki, auch wenn sie inzwischen Erwachsen ist, die Oberschule beendet hat und gerade begonnen hat eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen. Chisaki glaubt alledings, immer noch Hikari zu lieben.

Während eines Unfalls, fällt Miuna ins Wasser und ist kurz davor zu ertrinken. Kurz bevor das passiert, bildet sich bei ihr Ena, die Haut, die alle Meeresbewohner besitzen und ihnen ermöglicht unter Wasser zu atmen. Dies ist sehr ungewöhnlich, denn normalerweise haben Kinder von Landmenschen und Meeresmenschen kein Ena. Miuna hat während ihres Falls ins Wasser ein seltsames Geräusch gehört, daß ihr im weiteren Verlauf ermöglicht, einen Zugang zum Unterwasserdorf zu finden. Dies war bisher nicht möglich, da eine Art Barriere besteht, die den Zugang verhindert. Im Dorf suchen Miuna, Hikari und Kaname nach Manaka, die sie dann auch nach einer Weile finden. Sie befindet sich in Mitten der über die Jahrhunderte angesammelten Opferpuppen auf einer riesigen Hand, eingehüllt in eine Art Spinnweben. Als Hikari sie von dort mitnimmt, verliert sie ihr Ena. Darüber hinaus verliert sie einen Teil ihrer Erinnerungen und auch die Fähigkeit, Liebe zu empfinden. Sie wacht nach einer Weile auf. Hikari merkt irgendwann, daß sie sich nicht mehr an die für ihre Beziehung so wichtigen Momente im Leben erinnern kann. Manaka wollte vor fünf Jahren am Ende des Opferfestes etwas wichtiges Hikari sagen, aber an dieses kann sie sich nicht mehr erinnern. Hikari geht zwar davon aus, daß sie ihm sagen wollte, daß sie Tsumugu lieben würde, aber aus Liebe zu ihr, versucht er, ihre Erinnerungen und ihre Fähigkeit Lieben zu können, wieder zurück zu gewinnen.  Dies soll ein erneutes Opferfest vollbringen.

Fazit


Als ich gerade versucht habe, die Handlung nur kurz zu umreisen, habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, die Handlung und alle Beziehungen, die zwischen den einzelnen Personen bestehen, wiederzugeben ist. Diese sind sehr vielfältig und jede ist wichtig für die ganze Geschichte um die Menschen der beiden Dörfer. Eben diese Vielschichtigkeit der Gefühle der Menschen untereinander macht die Geschichte rund um Hikari und Manaka so fesselnd und glaubwürdig. Ich habe einige Male beim Anschauen der Geschichte geweint, aber ich fand die Geschichte wiederum nicht so Gefühlsschwanger wie Clannad. Wobei ich schon denke, daß Nagi no Asukara in der gleichen Liga wie Clannad spielt. Was mir neben der Geschichte sehr gut gefallen hat, ist aber auch, die Animation der Serie. Die Hintergründe sind sehr gut gezeichnet, die Animation sehr flüssig. Die Protagonisten und sogar die Nebencharaktere sind sehr vielschichtig dargestellt und auch ihre Gefühlsverwirrungen, die bei ihnen teilweise bestehen, sind aus meiner Sicht nachvollziehbar und menschlich. Auch das Ende, der Serie finde ich sehr gut, denn es ist mehr oder weniger offen, auch wenn sich drei Paare bilden, so bleibt offen, ob sie auch wirklich zueinander finden oder ob es vielleicht nicht doch anders kommen könnte. Mir hat das Ende jedenfalls sehr gut gefallen und ich würde natürlich gerne wissen, wie die einzelnen Paare weiter leben, nachdem die Menschen aus Shioshishio, wieder aufgewacht sind und das Meer wieder zu Leben erwacht ist und der Meeresgott seinen Frieden gefunden hat.

Die Animeserie kann ich also jedem empfehlen, die oder der gerne Geschichten voller Liebesbeziehungen, mit einem Hauch Mystik mag. wie gesagt, mir hat sie sehr gut gefallen und ich freue mich auf die Veröffentlichung der Serie auf BluRay und DVD nächstes Jahr und dann hoffentlich auch in deutscher Synchronisation. Ich finde, daß die Serie bis jetzt viel zu wenig Beachtung gefunden hat und hoffe, daß sich dies bald ändern wird. Für mich war die Serie jedenfalls eine sehr schöne und gefühlvolle Überraschung und ich bin sehr sehr froh, sie für mich entdeckt zu haben. Ich denke, ich werde mir die Serie bei Gelegenheit noch einmal anschauen, denn in der Geschichte steckt so viel Potential, daß man sie wahrscheinlich mehrmals anschauen muß, um auch wirklich alles richtig verstehen zu können.

Habt ihr die Serie schon gesehen? Was haltet ihr von dem Anime? Schreibt mir bitte eure Meinung dazu in die Kommentare.

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